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Der bisherige Weg – die alte Schule der „Hundeabrichtung“

In der „guten, alten Zeit“ hatte der Hund vor allem eine Aufgabe: zu funktionieren. Und um das zu erreichen war vielen „Abrichtern“ jedes Mittel recht.

 

Basierend auf der „Most´schen Abrichtungslehre“ aus dem Jahr 1910 wurden Generationen mit mehr als zweifelhaften Methoden und Hilfsmitteln wie Gerten und Stachelhalsbändern gepeinigt. Ja man war sogar der irrsinnigen Meinung, dass Übungen wie korrektes Apportieren nur über schmerzhafte Starkzwangmethoden trainiert werden können.

Zum großen Glück für unsere Hunde haben sich die meisten Hundetrainer (ja, leider nur die meisten, da es noch immer eine Gruppe von „Abrichtern“ gibt, die diese tierschutzrelevanten Methoden anwenden und verteidigen) heute von diesen Methoden abgewandt. Viele Hundebesitzer und Trainer möchten heutzutage einfach keinen Hund haben der lediglich aus Angst vor Strafe und Schmerz Befehle ausführt.

 

Der neue Weg – die „Wattebauschwerfer“

Als Gegenbewegung zu der „alten, harten Schule“ entstanden immer mehr Hundeschulen, die im Hund keinen reinen Befehlsempfänger sahen, sondern Wert auf ein harmonisches Miteinander legten. Es wurde nicht mehr an der Leine gerissen und rumgebrüllt sondern der Hund wurde durch Leckerli und/oder Spiel motiviert. Da von diesen Trainern jede Form der körperlichen Gewalt abgelehnt wurde, erhielten sie von Vertretern der „alten Schule“ den Spitznamen „Wattebauschwerfer“. Man brachte dadurch deutlich zum Ausdruck, dass man diese „verweichlichte“ Art der Hundeausbildung eigentlich nur lächerlich fand.

Die grundsätzlich äußert begrüßenswerte Grundidee Hunde primär über positive Verstärkung auszubilden, hat sich allerdings bei einem Teil dieser Trainer zu einer recht radikalen Einstellung entwickelt, in der jede Art von Stress für den Hund äußerst schädlich sei. Das geht soweit, dass jede Art von Hundesport vollkommen abgelehnt wird und als einzig akzeptable Haltungsform ein Haus am Land angesehen wird.

Heute stehen sich „Hardliner“ und „Wattebauschwerfer“ verständnislos gegenüber und keiner kann an den Trainingsmethoden des Anderen etwas Positives finden.

 

Unser Weg im SSHV-Tirol

Wir möchten gerne einen Weg der Mitte gehen und beide Seiten wieder daran erinnern, dass wir eigentlich alle nur ein Interesse haben sollten: das seelische und körperliche Wohl unserer Hunde!

Denn in Wahrheit lernen Hunde (so wie auch alle anderen Tiere und selbst der Mensch) nach gewissen Regeln, die sich in den letzten 50 Jahren in keinster Weise verändert haben. Die grundlegenden Lerntheorien sind seit langer Zeit bekannt und alle Hundebesitzer und Trainer wenden sie täglich an – es ist nur nicht allen bewusst!

Jean Donaldson sagt hierzu deutlich: „Ihr Hund mag ihnen gegenüber vielleicht ungehorsam sein, aber den Gesetzmäßigkeiten des Lernen gehorcht er stets ausnahmslos und perfekt.“

Hunde lernen nach den Regeln der klassischen und operanten Konditionierung.

Die Prinzipien der operanten Konditionierung sind:

Positive Verstärkung – Negative Verstärkung

Positive Strafe – Negative Strafe

Positiv und negativ bezieht sich dabei ausschließlich darauf, ob die Strafe oder Belohnung hinzugefügt oder entfernt wird. Es bedeutet keine intuitive Wertung!

Sehen wir uns dieses etwas theoretisch wirkende Modell doch anhand praktischer übungen an:

  1. = etwas Angenehmes wird hinzugefügt. Am Beispiel „Sitz“: der Hund hört das Signal „Sitz“ >>> Hund setzt sich hin >>> der Hund wird durch ein Keks belohnt. Am Beispiel „gehen an lockerer Leine“: der Hund geht neben mir und die Leine hängt durch >>> der Hund wird durch ein Keks belohnt.Positive Verstärkung

     

  2. Positive Bestrafung= etwas Unangenehmes wird hinzugefügt. Am Beispiel „Sitz“: Das Hörzeichen „Sitz“ wird gegeben >>> jedes Verhalten, das kein hinsetzen ist, wird bestraft. Am Beispiel „gehen an lockerer Leine“: der Hund zieht an der Leine >>> der Hundeführer macht einen Leinenruck.

     

  3. = etwas Unangenehmes wird entfernt/beendet. Am Beispiel „Sitz“: der Hundeführer zieht mit der Leine nach oben, drückt gleichzeitig mit der Hand den Hund zu Boden und gibt das Hörzeichen „Sitz“ >>> der Zug am Halsband und der Druck von der Hand lässt nach. Am Beispiel „gehen an lockerer Leine“: beim ziehenden Hund zieht sich das Kettenwürgehalsband zu und verursacht Schmerzen im Halsbereich >>> der Hund hört auf zu ziehen und der Schmerz im Halsbereich lässt nach.Negative Verstärkung

     

  4. Negative Bestrafung= etwas Angenehmes wird entfernt/beendet. Am Beispiel „Sitz“: Das Hörzeichen „Sitz“ wird gegeben >>> der Hund setzt sich nicht >>> der Hundeführer dreht sich weg, das Belohnungskeks wird weggepackt. Am Beispiel „gehen an lockerer Leine“: der Hund zieht, weil er gerne zu einer besonders spannend duftenden Stelle möchte >>> der Hundeführer bleibt stehen >>> der Hund kommt nicht zur erwünschten Stelle.

     

Anhand dieser Beispiele kann man gut erkennen, dass die lerntheoretischen Prinzipien in der alten und neuen Hundeausbildung die gleichen sind. Der Unterschiede liegt darin, ob man eher mit positiver Verstärkung und negativer Bestrafung arbeitet, oder sich der früher vorwiegend angewandten Methoden der positiven Strafe und negativen Verstärkung bedient.

 

 

Da wir beim SSHV-Tirol großen Wert auf eine vertrauensvolle Bindung zwischen Hund und Hundehalter legen, ist es für uns selbstverständlich lediglich positive Verstärkung und negative Bestrafung einzusetzen. Den Einsatz aversiver Mittel sowie positive Strafe lehnen wir ab! Denn Gewalt beginnt, wo Wissen endet!

Man sollte nie vergessen: Im Hundesport sollte der Hund im Mittelpunkt stehen und nicht die Selbstprofilierung des Hundeführers. Auch wenn der Mensch den Pokal bekommt - die Arbeit macht der Hund. Und unserem pelzigen Mitarbeiter ist egal, wie viele Punkte er in einer Prüfung gemacht hat. Für ihn ist nur wichtig mit uns gemeinsam eine tolle Zeit zu verbringen.

 

 

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